Kapitel VI

Das Komitee für die Rettung Russlands und der Revolution

Aufrufe und Proklamationen

An alle zivilen und militärischen Organisationen der Partei der Sozialrevolutionäre

Der wahnwitzige Versuch der Bolschewiki steht vor seinem Zusammenbruch. In der Garnison herrscht Spaltung und Niedergeschlagenheit. Die Ministerien arbeiten nicht. Das Getreide geht zu Ende. Alle Fraktionen, außer der kleinen Handvoll Maximalisten, haben den Kongress verlassen. Die Partei der Bolschewiki ist isoliert. Die Repressalien gegen die Druckerei des Zentralkomitees, die Verhaftung der Genossen Maslow, Zion und anderer Mitglieder der Partei, die Plünderungen und Gewaltakte, von denen die Eroberung des Winterpalastes begleitet war, wirken aufreizend auf einen bedeutenden Teil der Matrosen und Soldaten. Das Zentrale Flottenkomitee ruft auf, sich den Bolschewik! nicht zu unterwerfen.

Wir schlagen vor: den Truppenorganisationen, Kommissaren und Kommandeuren bei der endgültigen Liquidierung dieses wahnwitzigen Streiches volle Unterstützung zuteil werden zu lassen und sich um das Komitee zur Rettung des Vaterlandes und der Revolution zu vereinigen, welches eine einheitliche revolutionäre, demokratische Macht schaffen soll auf der Grundlage des Programms, das die unverzügliche Übergabe des Bodens in die Verfügungsgewalt der Bodenkomitees und das sofortige Angebot eines allgemeinen demokratischen Friedens an alle kriegführenden Länder vorsieht; selbständige Maßnahmen zu ergreifen, um die Parteiinstitutionen zu schützen; bereit zu sein, um im notwendigen Augenblick auf den Aufruf des Zentralkomitees hin den Bestrebungen der konterrevolutionären Elemente, das bolschewistische Abenteuer zur Vernichtung der Errungenschaften der Revolution auszunutzen, aktiven Widerstand entgegenzustellen, und äußerste Wachsamkeit zu üben, um dem Feind, der die Schwächung der Front auszunutzen sucht, entgegenwirken zu können.

9. November 1917

Zentralkomitee und Militärkommission

des Zentralkomitees der Partei der Sozialrevolutionäre

 

Aus der Prawda

... Wer ist denn Kerenski? Ein Usurpator, der mit Kornilow und Kischkin in die Peter-Pauls-Festung gehört. Ein Verbrecher gegen die Soldaten, Bauern und Arbeiter, die ihm vertraut haben.

Kerenski ist ein Soldatenmörder.

Kerenski ist ein Bauernhenker.

Kerenski ist ein Unterdrücker der Arbeiter.

Solch einer ist dieser Kornilow II., der vergebens glaubt, sich an der von den Arbeitern, Soldaten und Bauern errungenen Freiheit vergreifen zu können.