Über Lenin

Über Lenin

Material für einen Biographen

170 Seiten
Einband: Paperback
5. Auflage
Erschienen: 2009
Preis:  € 14,90 [D],  € 15,40 [A]
ISBN: 978-3-88634-066-8
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Preis: € 8,99
ISBN: 978-3-88634-666-0
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Am 21. Januar 1924 starb Lenin nach langer Krankheit an den Folgen eines Schlaganfalls und in den darauffolgenden Wochen schrieb Leo Trotzki seine persönlichen Erinnerungen an den Führer der Oktoberrevolution nieder. Er wollte sie als Rohmaterial, Entwürfe und Skizzen für einen zukünftigen Biografen und nicht als abgeschlossene Darlegung verstanden wissen. Er schildert kurze, aber kennzeichnende Episoden aus Lenins Leben, beschreibt dessen Reaktion auf wichtige Ereignisse und charakterisiert seine engsten Mitarbeiter. Es entsteht so das nuanciertes Bild einer Persönlichkeit, in der sich menschliche Wärme und Humor auf einzigartige Weise mit einem scharfen Intellekt und einem unbeugsamen Willen paarten.

Trotzkis Buch sollte die letzte unverfälschte Darstellung Lenins sein, die in der Sowjetunion erscheinen durfte. Noch im selben Jahr entfesselte der von Stalin geleitete Apparat eine wütende Kampagne gegen den »Trotzkismus«. Sie diente dazu, die bolschewistische Partei der Diktatur ihres Apparats zu unterwerfen und richtete sich dabei nicht nur gegen Trotzki und die von ihm geleitete Linke Opposition, sondern indirekt auch gegen Lenin, dessen politische und organisatorische Auffassungen die Linke Opposition verteidigte.

»Das Verhältnis zu Lenin als zu einem Revolutionsführer wurde ersetzt durch das Verhältnis zu ihm als zu einem Oberhaupt einer Priesterhierarchie«, beschrieb Trotzki später in seiner Autobiografie die vor sich gehenden Veränderungen. »Auf dem Roten Platz stellte man trotz meines Protests das für einen Revolutionär unwürdige und beleidigende Mausoleum auf. In ähnliche Mausoleen verwandelten sich die offiziellen Bücher über Lenin. Seine Gedanken zerschnitt man in Zitate für falsche Predigten. Mit der einbalsamierten Leiche kämpfte man gegen den lebendigen Lenin und – gegen Trotzki.« Seit dieser Zeit herrscht in den Geschichtsbüchern ein Zerrbild Lenins vor. Trotzkis Skizzen über Lenin sind ein wichtiger Beitrag zur Wiederherstellung der historischen Wahrheit.

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