Leo Trotzki
Die Dritte Internationale nach Lenin

Trotzkis Kritik am Programmentwurf, den Bucharin und Stalin dem Sechsten Kongress der Kommunistischen Internationale vorgelegt hatten, liefert den Schlüssel zum Verständnis des Aufstiegs und Niedergangs der Dritten Internationale.

Trotzki schrieb die Kritik im Sommer 1928 im zentralasiatischen Alma Ata, wohin ihn Stalin nach seinem Ausschluss aus der Kommunistischen Partei hatte verbannen lassen.

Die Kritik ist ein Versuch, den verheerenden Kurs, den die Kommunistische Internationale unter dem Einfluss Stalins eingeschlagen hatte, zu korrigieren. Sie untersucht sorgfältig die Niederlagen, welche die internationale Arbeiterklasse aufgrund schwerwiegender Fehler der Kominternführung hatte hinnehmen müssen, und zieht die Lehren daraus. Im Mittelpunkt steht die Kritik an der Theorie vom »Sozialismus in einem Land«, die von Stalin zum ersten Mal 1924, wenige Monate nach Lenins Tod, verkündet worden war und die vom Sechsten Kongress offiziell ins Programm der Kommunistischen Internationale aufgenommen werden sollte.

Erschienen 1993
334 Seiten
ISBN: 978-3-88634-057-6

  1. Vorwort des Verlags zu dieser Ausgabe
  2. Vorwort zur französischen Ausgabe von 1929
  3. Der Programmentwurf der Kommunistischen Internationale. Kritik der grundlegenden Thesen
  4. Einleitung
  5. I. Programm der internationalen Revolution oder Programm des Sozialismus in einem Land?
  6. 1. Der allgemeine Programmaufbau
  7. 2. Die Vereinigten Staaten von Amerika und Europa
  8. 3. Die Parole der Vereinigten Sowjetstaaten von Europa
  9. 4. Das Kriterium des Internationalismus
  10. 5. Die theoretische Parteitradition
  11. 6. Wo ist nun die »sozialdemokratische Abweichung«?
  12. 7. Die Abhängigkeit der UdSSR von der Weltwirtschaft
  13. 8. Der Widerspruch zwischen den Produktivkräften und den nationalen Grenzen als Ursache für die reaktionäre, utopische Theorie des »Sozialismus in einem Land«
  14. 9. Die Frage kann nur in der Arena der Weltrevolution entschieden werden
  15. 10. Die Theorie vom »Sozialismus in einem Land«, eine Quelle sozialpatriotischer Verirrungen
  16. II. Strategie und Taktik in der imperialistischen Epoche
  17. 1. Die völlige Unzulänglichkeit des zentralen Kapitels des Programmentwurfs
  18. 2. Die grundlegenden Besonderheiten der Strategie in der revolutionären Epoche und die Rolle der Partei
  19. 3. Der 3. Kongress und die Frage der Permanenz des revolutionären Prozesses nach Lenin und nach Bucharin
  20. 4. Die Ereignisse des Jahres 1923 in Deutschland und die Lehren des Oktobers
  21. 5. Der strategische Grundfehler des 5. Kongresses
  22. 6. Die »demokratisch-pazifistische Ära« und der Faschismus
  23. 7. Ultralinke Politik auf rechter Hefe
  24. 8. Die Periode des rechtszentristischen Abgleitens
  25. 9. Der Manövercharakter der revolutionären Strategie
  26. 10. Die Strategie des Bürgerkrieges
  27. 11. Die Frage des inneren Parteiregimes
  28. 12. Die Ursachen der Niederlage der Opposition und ihre Perspektiven
  29. III. Ergebnisse und Perspektiven der chinesischen Revolution: Ihre Lehren für die Länder des Ostens und für die gesamte Komintern
  30. 1. Zum Charakter der kolonialen Bourgeoisie
  31. 2. Die Etappen der chinesischen Revolution
  32. 3. Demokratische Diktatur oder Diktatur des Proletariats?
  33. 4. Abenteurertum als Produkt des Opportunismus
  34. 5. Sowjets und Revolution
  35. 6. Der Charakter der künftigen chinesischen Revolution
  36. 7. Die reaktionäre Theorie der »kombinierten Arbeiter- und Bauernparteien« für den Orient
  37. 8. Was hat die Bauerninternationale gebracht?
  38. Schlusswort
  39. Und nun? Brief an den 6. Kongress der Kommunistischen Internationale
  40. 1. Das Ziel dieses Briefes
  41. 2. Warum gab es seit mehr als vier Jahren keinen Kongress der Kommunistischen Internationale?
  42. 3. Die Politik von 1923 bis 1927
  43. 4. Radikalisierung der Massen und Probleme der Führung
  44. 5. Wie sich der gegenwärtige Linksschwenk in der KPdSU vorbereitet hat
  45. 6. Ein Schritt vorwärts, ein halber Schritt zurück
  46. 7. Manöver oder Neuer Kurs?
  47. 8. Die sozialen Grundlagen der jetzigen Krise
  48. 9. Die Krise der Partei
Über den Autor

Leo Trotzki wurde 1879 als Sohn jüdischer Bauern in der Ukraine geboren und schloss sich als Student der marxistischen Bewegung an. Er spielte eine führende Rolle in den Revolutionen von 1905 und 1917. Nach der Oktoberrevolution baute er die Rote Armee auf. 1923 gründete er die Linke Opposition, die den Kampf gegen die bürokratische Entartung der Sowjetunion führte, und 1938 rief Trotzki die Vierte Internationale ins Leben. 1940 wurde er im mexikanischen Exil von einem stalinistischen Agenten ermordet.